„Hohes Niveau in 
der Qualitätssicherung“„Hohes Niveau in 
der Qualitätssicherung“„Hohes Niveau in der Qualitätssicherung“


Köln/Peckeloh - Interview mit Dr. Wolfgang Ingold, Geschäftsführer der Franz Wiltmann GmbH & Co. KG

Wiltmann launcht auf der ANUGA 2011 erstmals ein Bio-Sortiment.
Warum erst jetzt?

Wir haben die Entwicklung von Bio-Wurstwaren in den letzten Jahren genau beobachtet. Aus einem Trend wurde eine stabile Käufergruppe mit einem nennenswerten und weiter wachsenden Marktanteil. Wir folgen den Wünschen dieser Kunden.

Das Beschaffen von Öko-Fleisch gilt als schwierig.
Wie stellen Sie Ihre Lieferungen sicher?

Wiltmann hat längerfristige Lieferverträge abgeschlossen. Die Landwirte unseres Zulieferers betreiben alle kontrollierte Viehzucht. Diese Öko-Fachleute führen durchweg mustergültige Betriebe und erfüllen die hohen Anforderungen des Europäischen Bio-Siegels.

Die Verbraucher werden ernährungsbewusster und sensibler.
Wie trägt Wiltmann diesen steigenden Anforderungen Rechnung?
Ich habe Verständnis für das wachsende Anspruchsniveau. Lebensmittel und auch Wurstwaren geraten häufig in die Schlagzeilen. Wir verzichten komplett auf Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Schnellreifemittel. Wiltmann hat hohe Standards in der Qualitätssicherung. Mit der Gläsernen Produktion verfügen wir zudem über eine zweite Kontrollinstanz durch Verbraucher.

Wie können Lebensmittel und Rohstoffe aus den Skandalen herauskommen?
Dafür gibt es zunächst einmal kein Patentrezept. Schwarze Schafe wird es immer geben. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Ich bin davon überzeugt, dass Hersteller von Wurstwaren in den Fertigungsprozessen in ihren Betrieben berechenbare Risiken minimieren oder gar ausschließen und somit ein Qualitätssicherungsniveau erreichen. Ein geringes Restrisiko bleibt. Denn 100-prozentige Sicherheit gibt es nirgendwo.

Wie lässt sich die Eingangskontrolle der Rohware weiter verbessern?
Das ist nicht einfach. Vor Ort machen wir alles nur Denkbare: professionelle Fleischbeschau, Temperaturprüfung und bestimmte Labortests intern wie extern. Bakteriologische Untersuchungen finden jedoch nur die Mikroben, wonach sie suchen. Man kann aber nicht nach allen Bakterien und Erregern suchen. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Im Ernstfall könnten wir zum Schutz der Verbraucher mit einem Rückruf der Produkte aus dem Handel jedoch sehr schnell reagieren.

Wie sehen Sie die Entwicklung im Wurstwarenmarkt? Die Marktforscher prognostizieren ein Stagnieren oder gar den Rückgang des Pro-Kopf-Verzehrs von derzeit rund 30 kg Wurst pro Jahr.
Ich bin da eher zuversichtlich. Trotz fortschreitender demographischer Veränderungen mit vor allem weniger jungen Konsumenten halte ich die deutschen Hersteller von Wurst für außerordentlich leistungsfähig und innovativ. Wir haben vor allem den Anforderungen der Verbraucher gezielt zu folgen. Ob fettarme Kombinationen oder innovative Bio-Artikel, neue Geschmacksrichtungen oder verbesserte Verpackungsvarianten. Wir sollten mit Kreativität und Transparenz um die Kaufgunst der Verbraucher werben. Dann halten wir unsere Kunden.

Auch wenn Ihre Einschätzung leichten Wachstums zutrifft, ist mit einem intensiven Wettbewerb in Deutschland zu rechnen. Auf der Absatzseite ist die Macht des Handels hoch konzentriert, ihr Anteil am Wurstmarkt wächst weiter. Auf der Einkaufsseite gibt es für Sie nur mehr zehn große Schlachtbetriebe als Lieferanten. Fühlen Sie sich in die Zange genommen?
Nein, keineswegs. Der Handel ist zwar mächtig. Wir haben in Deutschland weder eine Monopol-noch eine Oligopol-Situation. Zum Einkauf: Es gibt auch noch ausländische Lieferanten und Schlachtbetriebe.

Zwischenzeitlich profilieren sich einzelne Schlachtunternehmen auch als Betriebe für Zerlegung. Werden einiger Ihrer Lieferanten so teilweise zu Wettbewerbern?
Das kommt auf die Betrachtungsweise an. Gewiss ist das Zerlegen Teil unserer Wertschöpfungskette. Solange wir von diesen Betrieben ganze Fleischpartien beziehen können, ist das kein Konkurrenzaspekt. Wiltmann wird aus puren Qualitätsgründen weiter selbst eine Zerlegung unterhalten.

Was halten Sie vom viel strapazierten Begriff Nachhaltigkeit?
Ich begrüße nachhaltiges Wirtschaften. Für uns ist Nachhaltigkeit ein Element und Ziel im wertorientierten Management. Nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften im Blick auf öko-bilanzielle ebenso wie im Blick auf Mitarbeiter und gesellschaftliche Verantwortung praktiziert Wiltmann schon seit vielen Jahren – natürlich mit immer neuen Schwerpunkten.

Absatz und Umsatz verpackter Wurstwaren im Lebensmitteleinzelhandel haben auch 2010 zugelegt. Sie treten andererseits weiter unbeirrt auch für die lose Ware an Bedientheken im Handel ein. Das zeigt der von Ihnen 2011 zum zwölften Mal veranstaltete Wettbewerb „Die beste Wursttheke Deutschlands“. Setzen Sie damit noch auf „das richtige Pferd“?
Davon bin ich überzeugt. Zum einen hat die lose Ware an den Bedientheken in den letzten zwei Jahren nur geringfügig eingebüßt. Zum anderen wird es immer besonders anspruchsvolle Verbraucher und Genießer geben, die Service und Beratung, Frische und Vielfalt der Bedientheken den SB-Produkten vorziehen. Auch das sind typische Wiltmann-Kunden.


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Gläserne Produktion

Kommen, sehen, sicher sein.
In unserer europaweit einzigartigen „Gläsernen Produktion“ heißen wir Sie herzlich willkommen. weiter