FERTIGUNG:
EIN PLUS AN SICHERHEIT DURCH TRANSPAZENZ UND NEUE AKTIVITÄTEN
Wiltmann hält Ausdehnung der Qualitätssicherung auf Vorstufe
für notwendig
Versmold/Peckeloh Wiltmann setzt bei der Herstellung seiner Wurstspezialitäten konsequent auf Sicherheit, Qualität und Transparenz. Der Fertigungsprozess des westfälischen Unternehmens beginnt mit strikten Verträgen mit den Zulieferern und rigorosen Wareneingangskontrollen und einem systematischen Qualitätssicherungsmanagement. Neu sind seit Anfang 2001 der Qualitätspass und verstärkte Kontrollen der Zulieferer aus dem Kreis des Fleischhandels und der -erzeuger sowie der Schlachthöfe.
Das machen einige unserer Marktbegleiter gewiss ähnlich, erläutert Jürgen Behrmann, für die Produktion verantwortlicher Geschäftsführer von Wiltmann.
Die Öffnung der Produktionsstätte für das breite Publikum in unserer Gläsernen Produktion ist jedoch einmalig und ein wesentliches Plus. Wem man über die Schultern schaut, der erlaubt sich keine Fehler.
Integrierte Qualitätssicherung
Wir wollen als Fleischwarenerzeuger unseren Einfluss auf den Prozess und die Qualität der Fleischerzeugung bis auf die Landwirtschaft ausdehnen. Wir brauchen nicht nur klare Regeln für Aufzucht und Haltung der Tiere, für die Futtermittel, Tierpharmazie, Tiertransporte und Stallhygiene oder das Maß an erlaubter Gentechnik, wir brauchen auch die Einhaltung dieser Regeln. Hier engagiert sich Wiltmann außerordentlich stark, denn diese Punkte sind für Industrie, Handel und Verbraucher gleichermaßen wichtig, so Behrmann. Die bisherige Abhängigkeit der fleischverarbeitenden Unternehmen von der Vorstufe könne nur durch ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten und durch sichere Fleischqualität zufriedenstellend gelöst werden. Deswegen engagiere sich Wiltmann für ein integriertes und umfassendes Qualitätssicherungsmanagement. Erstaunlich, findet Behrmann, den positiven Ruck, der seit BSE und MKS durch die Landwirtschaft und die Schlachthöfe ging. Auf einmal geht alles ein Stück besser.
Kontrolle bei Zulieferern
Der Produktionsexperte hält die vermehrte Verarbeitung von Bio- oder Ökofleisch zwar für wünschenswert. Denn mehr Ökofleisch würde den Qualitätswettbewerb im ganzen Fleischmarkt sicher noch stärker beflügeln. Allerdings sei die mehrheitliche Umstellung auf Öko-Produkte ein Wunschtraum. Der Fleischwarenmarkt verfüge nicht über die entsprechenden Mengen. Offen bliebe zudem, ob die Verbraucher in ihrer Mehrheit die wesentlich teureren Preise akzeptierten.
Die Priorität sieht Behrmann dennoch bei den unmittelbar von Wiltmann selbst initiierten Aktivitäten zur Optimierung der Qualitätssicherung. Eine weitere Maßnahme zur Absicherung der Vorstufe sind bei Wiltmann unangemeldete, stichprobenweise Kontrollen bei den Zulieferern. Wiltmann veranlasst sie heute in höherer Frequenz und stark erweitertem Umfang. Das Programm zeigt Wirkung, bei Landwirten und Schlachthöfen, so Behrmann.
Sicherheit und Qualität haben Priorität
Eine Neuerung in der internen Qualitätssicherung ist der Qualitätspass. Jede bei Wiltmann angelieferte Fleischcharge erhält nach Bestehen der Wareneingangskontrolle eine Nummer. Anhand dieser Nummer sind alle Schritte der Verarbeitung in der Produktion bis hin zur ausgelieferten Ware lückenlos dokumentiert und nachverfolgbar. Diese systematische Dokumentation ermöglicht uns unter anderem im Ernstfall eine gezielte und schnelle Rückrufaktion von etwa zu beanstandender Ware aus den Regalen am POS, erläutert Behrmann. Den Schutz des Verbrauchers nehme Wiltmann außerordentlich ernst. Das System des Qualitätspasses werde Wiltmann künftig Schritt für Schritt mit zusätzlichen Merkmalen ausbauen.
Ein Schwerpunkt der internen Qualitätssicherung ist bei Wiltmann der Wareneingang. Wiltmann schlachtet nicht selbst und kauft nur ausgewählte Edelteile. Lebensmittelchemiker prüfen Temperatur und mikrobiologische Werte jeder Fleischlieferung. Bei kleinsten Abweichungen von der Norm geht die Ware zurück, und Wiltmann fordert den Lieferanten zu einer Stellungnahme auf. In Wiederholungsfällen droht der Ausschluss des Lieferanten, erläutert Behrmann seine rigorosen Qualitätskriterien. Schwarze Schafe erkennen wir schnell und sicher.
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